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Dieser Heilige stellt
zudem einen Zusammenhang her zum Patron der Otteringer Filialkirche zu
Thürnthenning, 1732 in prächtigem Barockstil erbaut. Auf diese beiden
Heiligen wird zu Füßen der Brunnenfigur in kleinen Bronzereliefs
hingewiesen, die in die Richtung der beschriebenen Bezugspunkte zeigen.
Johannes Nepomuk (gest. 1393) wird durch eine Brücke symbolisiert mit
der lateinischen Aufschrift: „tacui“ – ich habe geschwiegen.
Die übliche
Darstellung Nepomuks mit fünf Sternen beruht auf den fünf Buchstaben
dieses „tacui“. Sie besagen, dass er wegen seiner standhaften Wahrung
des Beichtgeheimnisses auf Befehl des Prager Königs Wenzel von der
Karlsbrücke in die Moldau gestoßen wurde.

Der
zwitschernde Vogel beim Namen Johannes Boscos (1815-1888) erinnert an
sein Lebensmotto: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen
lassen“, mit dem er sich um ein Heim und die Schulausbildung für Turiner
Straßenkinder kümmerte. Schließlich wurde im Entstehungsjahr des
Brunnens, 2011, Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Auch darauf
weist ein Schriftzug in der Bronze hin.
Unter dem
„fünffachen Johannes“ befindet sich ein Reliefband, das sich mit der
Otteringer Geschichte befasst. Entscheidend für die sehr frühe
Ansiedlung von Menschen an diesem Ort war sicher der Otterbach. Mit
Messer, Schwert, Gewandnadel und Schmuckspiralen sind Grabfunde
dargestellt, die eine frühe Siedlung bereits in der Bronzezeit (um 1500
v. Chr.) und später in der Zeit der Kelten (ab 800 v. Chr.)
belegen. Die Struktur war stets ländlich geprägt. So zeigt das Relief
auch die Bestellung des Bodens zuerst mit der Hand, später mit Pferde-
oder Ochsengespann und ersten Sämaschinen, dann mit Traktoren, die
schließlich die heutige Flurbereinigung notwendig machte.
Ganz in der
Nähe des Brunnens befand sich einst das vom 19. Jh. stammende
historische
Ensemble aus Kirche, Pfarrhof mit den
Ökonomiegebäuden samt Wasserreserve und Schule; auch das ist nach alten
Fotos zur Erinnerung dargestellt. Die Inschrift „Othmaring“ nimmt zudem
Bezug auf die Herkunft des Namens Ottering, gilt doch ein Bajuware
namens „Othmar“ als Otteringer Ahnherr. Das Vereinsleben in Ottering ist
rege und zeigt den gewachsenen Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft darin,
dass manche Vereine sogar schon auf eine über hundertjährige Geschichte
zurückblicken können (KSK Ottering seit 1884; Freiwillige Feuerwehr seit
1885, Obst-und Gartenbauverein seit 1920, Katholische Landjugend seit
1929, FC Ottering seit 1947/48, Stelzengehverein Stockerpoint und
Seniorenclub seit 1993). Die Flurbereinigung klärt das Bild der
Kulturlandschaft – angedeutet mittels einer „alten“ und einer „neuen“
Kartenskizze inmitten verschiedener im tertiären Hügelland Niederbayerns
angebauter Getreidesorten.
Statt eines Flurdenkmals außerhalb des
Ortes entschied man sich in Ottering im Rahmen der Flurbereinigung und
Dorferneuerung für einen kleinen Dorfplatz mit dem Johannesbrunnen als
Zeichen der Dankbarkeit für das gelungene Werk sowie zur Erinnerung an
den bleibenden Auftrag, die Bedeutung einer lebendigen Dorfgemeinschaft
auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes hoch zu schätzen.
Gemeinschaftsinn, Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft sollen auch
in Zukunft für das Zusammenleben der Otteringer Dorfbevölkerung
bestimmend sein.
Der
Brunnen, gefertigt in der Gießerei Gugg in Straubing, wird auf ganz
natürliche Art von der noch bestehenden Wasserreserve im Pfarrhofbereich
gespeist und kommt somit ohne technische Hilfsmittel aus.
Auf den Anlass
der Brunnenentstehung wird durch ein zweites Reliefband mit der
Inschrift hingewiesen: „Flurbereinigung und Dorferneuerung 1994 –2011“.
Text und Bilder:
Jutta Wimmer und Pfarrer
Stefan Altschäffel
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